Neuer Mitarbeiter: Interview mit Ariel Lambrecht

Geschrieben von Annelie Brandner am 24. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Google, Online-Marketing, Suchmaschinen-Optimierung

Seit Anfang April hat das webhelps! Online Marketing Team Verstärkung!
Ariel Lambrecht, ein ehemaliger Google-Search-Quality-Kollege von Jonas wird in Zukunft gemeinsam mit Jonas die neu gegründete webhelps!-Tochter
webhelps! SEO GmbH
leiten und uns an seinen fundierten Kenntnissen im Bereich SEO, vor allem im technischen Bereich, und Usability teilhaben lassen.

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Bild: v. l. Ariel Lambrecht, Jonas Weber, Fabian Frick

Der Schwerpunkt der webhelps! SEO GmbH wird auf „Internationalem SEO Consulting und Auditing“ liegen. Hierzu wird es einen gesonderten Post geben.


Am Besten jedoch, wir lassen ihn selbst von seinen Erfahrungen bei Google und seinen Plänen mit webhelps! SEO erzählen:

Annelie: Jetzt heißen wir dich auch offiziell auf unserem Blog bei webhelps! willkommen. Stell dich doch bitte kurz vor.

Ariel: Danke. Ich habe an der Universidade de São Paulo Engineering, Mechatronics and Mechanical Systems studiert und habe während dieses Studiums ein Jahr in Deutschland an der Uni Darmstadt verbracht. Den ersten richtigen Kontakt zu dem Thema Internet/ Online Marketing hatte ich eigentlich, als ich nach diesem Auslandsjahr wieder zurück in meine Heimat gegangen bin und dort eine Homepage (www.ebah.com.br), die dem Austausch von Uni-Materialien dient, erstellt habe. So begann ich mich immer intensiver mit den Möglichkeiten des Webs zu befassen und entdeckte wie sehr mich dieses Gebiet interessiert und fasziniert. Nachdem ich meinen Universitätsabschluss hatte, ging ich nach London, um mir von dort aus einen Job in Europa zu suchen, bis mich kurz darauf Google anrief und mich zu einem Vorstellungsgespräch in Dublin einlud.

Annelie: Google kam also auf dich zu?

Ariel: Ja, ich hatte meine Bewerbung bzw. meinen Lebenslauf online gestellt- so ist das Search Quality Team auf mich aufmerksam geworden. Meine Freunde und Studienkollegen waren sofort begeistert, sie meinten Google sei der perfekte Arbeitgeber für mich, da ich schon immer gerne kreativ gearbeitet und Neues ausprobiert habe.

Annelie: Und hatten sie recht? War Google der ideale Arbeitgeber für dich?

Ariel: Absolut! Ich unterstützte das Search Quality Team von Google Dublin für die portugiesisch- und spanischsprachigen Märkte (inkl. Lateinamerika). Dort habe ich Jonas kennen gelernt, der ja hauptsächlich für die deutschsprachigen Märkte zuständig war. Und ja, Google war perfekt!

Annelie: Wenn du sagst, du warst für die portugiesisch bzw. spanischsprachigen Märkte zuständig, was genau bedeutet das? Was waren denn die Schwerpunkte deiner Arbeit bei Google?

Ariel: Wie auch Jonas, war ich für die Natürliche Suche bei Google zuständig, also alle angezeiten Suchergebnisse, die für Google als „am relevantesten“ erachtet werden und in den nicht-bezahlten Ergebnissen erscheinen. Durch verschiedene SEO-Maßnahmen der Website Besitzer können diese Ergebnisse massiv beeinflusst werden –unabhängig von der tatsächlichen Relevanz der jeweiligen Seite. Zu gewährleisten, dass die von Google als relevant erachteten Webseiten also auch wirklich die für die jeweilige Suchanfrage am relevantesten Suchergebnisse sind, ist der Job des Search Quality Departments. Dazu gehört auch den Algorithmus, mit welchem Google die Websiten klassifiziert, immer weiter zu verbessern.

„Google is perfect!“

Annelie: Hört sich nach einem spannenden Job an und fast vier Jahre warst du bei deinem Traumarbeitgeber Google, warum hast du dich letztendlich entschieden zu gehen?

Ariel: Google war ein toller Arbeitgeber und in den vier Jahren in Dublin habe ich viel über SEO und natürlich auch Google selbst gelernt, aber irgendwann wollte ich doch mal etwas Eigenes machen. SEO, Unternehmen beraten, möglichst international arbeiten… das ist was mir Spaß macht und was ich in Zukunft machen will. Vielleicht habe ich ja eines Tages meine eigene SEO Agentur in Brasilien… Südamerika ist ein toller Markt für Online Marketing.

„I was never tired of Google, but I wanted to do my own thing!“

Annelie: Jetzt bist du aber erst einmal hier bei uns in München gelandet :) Ich kann mir gut vorstellen, dass du, nachdem du dich entschlossen hattest Google zu verlassen, einige interessante Jobangebote hattest?!

Ariel: Das stimmt. Ich hatte einige sehr interessante Angebote…

Annelie: Du hast dich letztendlich für webhelps! entschieden. Warum?

Ariel: Sehr viele SEO Agenturen arbeiten mit Mitteln die einfach nicht korrekt sind und gegen die Google Richtlinien verstoßen. Ganz egal, ob es sich um kleine inhabergeführte oder große namenhafte Agenturen handelt. Die meisten Kunden kennen sich mit SEO ja nicht aus, wissen demnach nicht mit welchen Mitteln gearbeitet wird und vertrauen ihrer Agentur. Da müssen sie vorsichtiger sein. Ich kenne Jonas gut von unserer gemeinsamen Zeit bei Google, ich war auch im letzten Jahr schon einmal hier in München und habe mir ein Bild davon machen können wie bei webhelps! gearbeitet wird. Ich weiß, dass hier korrekt gearbeitet wird. Jonas kennt die Google Richtlinien und würde niemals mit „black-hat“ Methoden arbeiten. SEO in Deutschland ist eine Herausforderung, vor allem da es einige schwarze Schafe auf dem Markt gibt.

„To be creative, do new, cool things without illegal methodes- thats what we both want!”

Annelie: Was willst du persönlich von deiner Arbeit bei webhelps! mitnehmen?

Ariel: Jonas ist als ehemaliger Google Mitarbeiter wie ich. Immer wieder mit neuen, kreativen Methoden Erfolg haben, das ist was ich mir von der Arbeit bei webhelps! verspreche. Ich weiß, dass ich viel von meinem Wissen weitergeben kann, andererseits werde ich auch von Jonas und Fabians Erfahrungen profitieren. Ich werde viel über den deutschen sowie europäischen Markt lernen und hoffe, dass ich das gelernte einmal mit nach Brasilien nehmen kann, denn dort gibt es noch einiges zu verbessern. Außerdem arbeite ich gerne mit Freunden und ich mag München sehr, auch wenn das Wetter in Brasilien um einiges besser ist :)

Annelie: Wie wird webhelps! von deinem Wissen profitieren?

Ariel: Ich werde mein Wissen und meine Erfahrungen natürlich mit dem webhelps! Team teilen- vor allem in den Bereichen SEO und Usability. Google verändert sich täglich, das ist die Herausforderung die ich liebe.

„I’ll share everything I learned- what to do, what not to do… I will give my best!”

SEO Campixx 2011 Rückblick

Geschrieben von Jonas Weber am 14. März 2011 | Abgelegt unter Suchmaschinen-Optimierung

Dieses Wochenende war wieder die SEO Campixx in Berlin, die Unkonferenz in anderem Format. Viele Teilnehmer konnten nicht unter bis zu 12 zeitgleich stattfindenden Workshops auswählen, ich fand diese Thementiefe extrem spannend. So war es möglich wirklich einzelne Themenpunkte aus dem Bereich SEO tiefgehend zu besuchen.

Die Abgeschiedenheit des Veranstaltungsorts hat den großen Vorteil, dass keiner entkommt, man sozusagen zum Networken “gezwungen wird”.  Diese Strategie ist aufgegangen. Alles war hervorragend organisiert, großes Lob an Marco.

campixx

Ich selbst habe einen Vortrag zu “Wie erkenne ich hochwertige Websites für den Linkaufbau” gehalten. Hier ein paar interessant Take Aways aus den Veranstaltungen, die ich besucht habe:

Guerillia Marketing
Thomas von Stetten und Carlos San Segundo präsentierten Guerrilla Beispiele für Youtube. Deren Tipps:

- Videoideen mit hohen Budgets auf eigenen Bereich übertragen
- sich als Experte im eigenen Bereich auf Youtube positionieren
- Cut im video, 2. Teil woanders publizieren
- Videos untereinander auf Youtube verlinken
- eigenes Channel Design, man wird an Werbeeinnahmen beteiligt
- Corporate Identity in Thumbnail, z.b. gelber Hintergrund bei jedem Interviewpartner

Seo Audit von Telekom
Jens Fauldraht und sein SEO-Inhouse Team haben in einer Site Clinic einige Websites analysiert. Sympatisches Team, scheinen viel Spass bei der Arbeit zu haben, nicht selbstverständlich fuer einen Konzern. Einige Tipps waren:

- Benutzer verstehen, wie ist die Customer Journey
- viel “Rauschen” in der Navigation, wenn zu unübersichtlich
- Clustering von Benutzerwegen als Analysemethode
- Breadcrumb Navi als Tool für User und Keywords
- call to action elemente hervorheben
- content erstellen bei schnittstellenthemen

Fauldraht: “Bing ist der groesste … äh Fake”

10 Jahre SEO Agentur
Markus Hövener fasste seine 10 jährigen Erfahrungswerte als Agenturchef zusammen:
- es ist hart abzuschalten, der Markt zu schnelllebig
- guter Verdienst
- Personal: lieber früh als spät feuern, wenn es nicht passt
- vom Outsourcing zum Insourcing, d. h. Präsenztage für seine Freien
- zum Kunden fahren, ganz andere Betreuungsebene wird erreicht
- eigenen handverlesenen PR Verteiler aufsetzen
- Geld in Kommunikation investieren anstatt neue Slots bei Konferenzen & Werbung einkaufen
- Leuchtturmprojekte platzieren, ein Kunde machts, wenn erfolgreich, dann wird es auch von anderen Kunden in Auftrag gegeben
- so viel wie möglich automatisieren
- nicht mit Kleinkram aufhalten

Wie rechne ich SEO ab?
Khalil Agheli Zadeh präsentierte diverse Möglichkeiten, SEO abzurechnen, allerdings ging es mir in dieser Veranstaltung persönlich zu viel um Bookmarklinks und Webverzeichnisse.
- nach h und nach Produkt, also auch Mischkalkulationen
- Ablenkungsgefahr bei Linkrecherche der Mitarbeiter durch Internet gegeben
- Linkquellen findet er über Keywordanfragen

Dr. Martin Schirmbacher
Haerting sprach mit uns über die Vertragsgestaltung von SEO-Verträgen.

- Im Gegensatz zum Dienstvertrag verpflichtet ein Werksvertrag zu Erfolg
- Nebenpflichten der Kunden im Vertrag integrieren (was muss der Kunde bei Zusammenarbeit leisten)
- Haftungsrisiken der Agentur ausschliessen (z. B. in Bezug auf Google Richtlinien bzw. Algo)
- gekaufte Links: Verbot der Schleichwerbung
- klarer Verstoss (rechtlich): gekaufte Blogbeiträge

Das eigene Linkaufbauteam aufbauen
Saša Ebach hatte einen fast 3 stündigen Workshop, auf dem er Strategien für organisches Linkbuilding genauer erklärte und vor allem wie man ein eigenes Linkaufbauteam im eigenen Betrieb schult. Ein paar interessante Maßnahmen waren auf jeden Fall dabei:

- gute Linkaufbauer bauen “40 Links im Monat bei 80 Anfragen”
- Linkaufbauer ist High End Journalist
- Aufgaben: schreiben und kontakten
- Linkaufbauer ist: Marketingmensch, Buchautor, Verkäufer, Journalist, Bibliothekar,
- im Namen des Kunden auftreten, auch Email Adresse des Kunden benutzen
- eine gute Linkquelle ist langfristig stabil, unanfechtbar und nicht reputationsschädigend

Weitere Rückblicke:
codersx.net/blog/seo-campixx-2011-recap/

www.fastbacklink.de/blog/seo-campixx-2011-recap/

www.seodeluxe.de/index.php/allgemein/seo-campixx-2011-recap-tag-1/

http://stefan.maischner.de/muggelseo-campixx-3/

http://seo.wuestenigel.com/seo-campixx-2011-ein-dschungelcamp-in-berlin/

http://www.sansegundo.de/seo-campixx-video-interviews/

http://linkpassion.de/campixx-2011-recap

Internetwerbung wird immer wichtiger

Geschrieben von Annelie Brandner am 28. Februar 2011 | Abgelegt unter Online-Marketing

Heute wurde bekannt gegeben, dass der Online-Werbemarkt für das Jahr 2010 ein Wachstum von 26% verzeichnen konnte (Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.).  Mit brutto Gesamtinvestitionen von 5,4 Milliarden Euro ließ das Internet erstmals die Zeitungen hinter sich und gilt somit als zweitstärkstes Werbemedium in Deutschland.


Bild: internetworld.de

Der Anteil von Internetwerbung am Mediamix beträgt mit 19.2% inzwischen fast ein Fünftel des gesamten Werbeetats. Nicht zu rütteln ist an der unangefochtenen Nummer eins. Diese ist weiterhin die Sparte Fernsehen mit 39.1 Milliarden Euro Anteil am Werbebudget- einem Anstieg von 1,3% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Betrachtet man nun aber alle Veränderungen zu 2009 konnte das Internet mit einem Zuwachs von 2,7% der gesamten Werbeinvestitionen, das größte Wachstum -mehr als zweimal so hoch wie TV- verbuchen.

Doch des einen Freud ist des anderen Leid! Denn während sich die Online (Internetwerbung) und TV Branche über den anhaltenden Aufwärtstrend, selbst in Zeiten der Finanzkrise, freuen können, geht es für den Bereich Print weiterhin bergab. Seit 2006 konnte der Anteil am Werbebudget im Segment Internetwerbung mehr als verdoppelt werden, die Bereiche Zeitung, Publ. Zeitschriften und Fachzeitschriften mussten zusammengenommen einen Rückgang von rund 17% am Anteil des „Bruttowerbekuchens“ verschmerzen.

Betrachtet man die Segmente der Internet-Werbung im Einzelnen fällt auf, dass wie bereits im Jahr zuvor die klassische Online-Werbung, zu welcher u.a. Pop-ups, Werbebanner und Layer Ads gehören am stärksten von dieser Entwicklung profitierte. Mit einer Zuwachsrate von 35% überschritt die klassische Internetwerbung erstmals die 3 Milliarden-Grenze.

Was uns bei webhelps! natürlich am meisten beschäftigt, ist das Suchmaschinen Marketing mit den Bereichen SEO und SEA. Hier konnte ein Zuwachs von 15% auf 1,9 Milliarden Euro Werbeinvestitionen verzeichnet werden. Somit liegt die Suchwortvermarktung an zweiter Stelle noch vor dem dritten Bereich, dem Affiliate-Marketing mit 339 Millionen Euro und einem Wachstum von 10%.


Bild: internetworld.de

Wirft man nun einen Blick auf die beliebtesten Werbeformate, fällt auf, dass großflächige Standartwerbeformen wie Wallpaper, Superbanner und Rectangle die ersten drei Plätze im Ranking belegen, gefolgt von Skyscraper, Medium Rectangle und Microsite. Aber auch Bewegtbildwerbung wird immer beliebter, Pre-Roll verzeichnet hier das stärkste Plus.

Abschließend schauen wir uns noch die allseits begehrten Prognosen an: der Online-Vermarkterkreis prognostiziert für das laufende Jahr ein Wachstum des Online-Werbemarkts von 16%. Das würde bedeuten, dass das Bruttowerbevolumen 2011 über 6 Milliarden Euro läge. Bedenkt man, dass das Medium Internet bereits des Öfteren die Erwartungen der Experten sogar noch übertroffen hat, kann die Online Branche recht optimistisch in die Zukunft schauen.

Wenn das so ist, muss ich mir um meinen Arbeitsplatz bei webhelps! Online Marketing wohl keine Sorgen machen, denn wie bezeichnete Paul Mudter, der Vorstand des OVK im BVDW die Online-Werbung nochgleich? Als „inzwischen unverzichtbaren Bestandteil einer ganzheitlichen Zielgruppenansprache“ und ein Werbemedium das „früher als erwartet“ den zweiten Platz im Kampf um den Werbeetat der Unternehmen belegte.  Dann warten wir mal ab, ob es dem Internet gelingt, ein weiteres Mal die Erwartungen der Experten zu toppen.

Guttenberg löst SEO Problem

Geschrieben von Jonas Weber am 25. Februar 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Google, Suchmaschinen-Optimierung

Karl-Theodor zu Guttenberg hat ein SEO Problem gelöst, das ihn schon lange beschäftigt hat.

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Erklärung: Google zeigt Websites mit gleichen Inhalten nicht (bzw. versucht es zu vermeiden) in den Suchergebnissen an. Google will verschiedene und einzigartige Inhalte präsentieren, also “Unique content”. Ist jemand (z. B. der eigentliche Author) Karl-Theodor zu Guttenberg zuvor gekommen und die Inhalte sind in Google schon auffindbar, dann werden seine (kopierten) Inhalte mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit in Google angezeigt bzw. gefunden.

Anmerkung: Diese Behauptung entspricht nicht der Wahrheit, die Wörter wurden unserem Minister Karl-Theodor zu Guttenberg in den Mund gelegt.

Die beste SEO Agentur

Geschrieben von Jonas Weber am 22. Februar 2011 | Abgelegt unter Google, Suchmaschinen-Optimierung

Die beste SEO Agentur? Oder die beste Vertriebs-Agentur?

Ich möchte heute eine amüsante und zugleich erschreckende Geschichte erzählen, die mir letzte Woche persönlich passiert ist. Ich erzähle diese wahre Story nicht, um eine bestimmte SEO Agentur an den Pranger zu stellen, deswegen werden auch keine Namen genannt. Ich verurteile aber die Vorgehensweise.

Einleitung

Wer unseren Blog schon länger liest, weiß dass ich etwas gegen schwarze Schafe habe, insbesondere natürlich gegen schwarze Schafe in der SEO Agentur- Landschaft. Wenn jemand mit seinen eigenen Projekten gegen die Suchmaschinen-Richtlinien verstößt, dann geht er das Risiko auf eigene Verantwortung ein.

Bild: e-social.com.br

Verstößt allerdings eine SEO-Agentur mit den Websites derer Kunden ganz bewusst gegen die Google Richtlinien reagiere ich allergisch darauf. Sie setzen die Existenz Ihrer Kunden auf das Spiel. Das mag vielleicht auch an meiner früheren Zeit bei Google liegen. Hier durfte ich reihenweise erleben wie unwissende Websitebetreiber von den „besten“ SEO Agenturen regelrecht abgezockt wurden:

Kaum SEO-Wissen, keine Transparenz, dafür aber  ein aggressiver Vertrieb mit Knebelverträgen und großer Rechtsabteilung.

Bei Firmen ohne Inhouse SEO’s bzw. Online Marketing Verantwortlichen funktioniert das leider ganz gut. Sie können die Angebote der Vertriebs-Agentur nicht richtig einschätzen, die Live Case Studies im Vertriebsgespräch sind beeindruckend.

Jetzt zum eigentlichen Akt in 5 Teilen

Ich arbeite zurzeit an einem Online Marketing Projekt in einem größeren Unternehmen. An einem Tag meldete sich ein Vertriebsmitarbeiter telefonisch um uns für einen Online-Shop zum Thema Reisen SEO zu verkaufen. Es handelt sich um eine größere „SEO“-Agentur in Deutschland mit aggressivem Vertriebsnetz. Diese Chance wollte ich nicht verpassen, um mir auch mal Suchmaschinenoptimierung live  verkaufen zu lassen und ich habe mich als SEO-unwissend präsentiert.

1.Akt: Vertriebsgespräch

Der Verkäufer stellt sich vor und zeigt auf, dass unsere Website aktuell nur in der Paid Search zu finden ist. Deren Agentur ist Spezialist für die nichtbezahlte, natürliche Suche und Sie bringen uns hier ganz nach oben. Er klingt sehr überzeugend. Zuerst wird gezeigt, wie gut die eigene SEO-Agentur in Google gefunden wird, dann ein Praxisbeispiel eines Referenzkunden. Direkt im Anschluss die Aussage:

Verkäufer:

„Wir sind auch Google zertifiziert“.

Nach dem Aufzeigen eines SEO-Beispiels suggeriert er ein SEO-Zertifikat von Google, so kommt es herüber.

Jetzt melde ich mich zu Wort:

„Soweit ich informiert bin vergibt Google keine SEO-Zertifikate.“

Die Verkäufer:

„Doch natürlich, sie sehen das Zertifikat doch auf unserer Website“

Ich:

„Aber nicht für SEO, da bin ich mir ziemlich sicher.“

Verkäufer:

„ Ja stimmt,  das Zertifikat ist für den SEM-Bereich.“

Ich, ok zugegeben etwas genau nehmend:

„Laut korrekter Definition ist SEO ein Bestandteil von SEM, also glaube ich nicht, dass da SEM auf dem Zertifikat steht.“

Verkäufer:

„Doch, klicken Sie doch auf das Zertifikat auf unserer Website.“

Ich:

„Ja, da steht Google AdWords Certified Partner, also der Bereich SEA von Google. Mich stört hier, dass Sie mit der Reihenfolge Ihres Verkaufsgesprächs suggerieren, dass das offizielle Google Zertifikat auch für den SEO- Bereich gilt. Aber egal machen Sie mal weiter mit Ihrer Präsentation.“

FAKT: Es gibt kein SEO-Zertifikat von Google. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das in naher und ferner Zukunft der Fall sein wird.

Hier habe ich eigentlich schon eine Duftmarke gesetzt, aber der Verkäufer lässt sich nicht von seiner Mission abbringen, wird nicht misstrauisch und präsentiert ganz normal weiter. Er zeigt einige Kundenbeispiele und wie erfolgreich sie sich platzieren. Teilweise extreme Nischen, aber beeindruckend sind die Topplatzierungen für den Unwissenden trotzdem.

Ich:

„Arbeiten Sie Google richtlinienkonform? Wir sind eine große Marke und es ist ganz wichtig, dass hier nichts riskiert wird, das können wir uns nicht erlauben.“

Verkäufer:

„Ja aber natürlich, bei uns ist in 14 Jahren noch nichts passiert. So etwas wie bei BMW würde uns nie passieren!“

Aha, ob ich da glauben soll? Trotzdem bitte ich den Verkäufer mir ein Angebot zuzusenden.

Bei einigen Websites der Kundenbeispiele fallen mir Verstöße gegen die Google Richtlinien auf. Auch verlinken alle Websites auf die SEO Agentur  zurück, oft ganz prominent von der Homepage , teilweise versteckt. Eine der Websites  (ein Shop) verstößt gravierend gegen die Richtlinien, ich fülle einen Spam Report aus, um den Verstoß bei Google zu melden.

2.Akt: Angebot

Im Anschluss an das Gespräch wird das Angebot bzw. der vorgefertigte Vertrag per E-Mail zugeschickt. Die Konditionen des Vertrags sind schon „maximal vergünstigt“, aber nur wenn wir als Referenzkunde der SEO-Agentur auftreten und sie verlinken.

3.Akt: U. U. Abstrafung bzw. „Neuoptimierung“

Tatsächlich ist die Website 2 Tage später in Google nicht mehr zu finden. Sie ist komplett aus dem Index verschwunden, nicht mal für den Firmennamen (den mir  Google Suggest aber weiterhin vorschlägt) ist der Webshop noch zu finden. Auch die Suche mit dem “site” Parameter liefert keine Ergebnisse. Immerhin schaltet der Shop AdWords Werbung auf den Firmennamen, ein kleiner Rettungsanker.

Bild: ricardopomeranz.com.br


So ein Szenario tritt eigentlich nur bei einer Abstrafung von Google auf.  Ich kontaktiere einen Tag später den Verkäufer per E-Mail:

„vielen Dank für das Angebot.

Ich habe noch eine Rückfrage. Bei der Vorbereitung der Materialen für die interne Kommunikation konnte ich das Praxisbeispiel „xyz“ bzw. „zyx“ von zxy nicht mehr in Google finden. Können Sie mir hier weiterhelfen?

Was wäre denn der Preis ohne Vergünstigung? Wir nehmen eigentlich generell keine Referenzen unserer Dienstleister auf unseren Websites auf, das hat politische und rechtliche Gründe.”

Die Antwort kommt schneller als erwartet.

„vielen Dank für das freundliche Telefonat und Ihre Antwort. Ich bin selbst ein wenig überrascht gewesen, habe mich in der Technik bezüglich der Ergebnisse von zxy informiert und dort erfahren, dass derzeit eine umfangreiche Neuoptimierung stattfindet. Unsere Techniker arbeiten mit Hochdruck daran, die Ergebnisse weiter zu verbessern und müssen aus aktuellem Anlass die OnSite Optimierung modifizieren.“

Meine andere Frage wird auch noch per E-Mail geklärt:

„Ohne Vergünstigung (wenn Sie nicht als Referenzpartner auftreten möchten) werden die monatlichen Kosten um x,- € steigen.“

Anmerkung: Das “x” sind ca. 30 % Steigerung zum Angebotspreis.

Das ist schon der Hammer. Ich würde mal hier an dieser Stelle behaupten, dass das eine direkte und dreiste Lüge ist. Ob von der IT oder vom Verkäufer, das sei mal dahin gestellt.

FAKT: Selbst bei einer „umfangreichen Neuoptimierung“ werden sämtliche Seiten von Google nicht von heute auf morgen aus dem Index genommen. Google ist keine Live-Suche.


4.Akt : Reinclusion

Beim Web-Shop werden die gegen die Richtlinien verstoßenden Inhalte entfernt. 2 Tage später ist die Website mit den gleichen Rankings wieder in Google zu finden. Wenn ich davor von einer Abstrafung ausgegangen bin, dann gehe ich hier mal von einem erfolgreichen Wiederaufnahmeantrag aus.  Das ist auch gerechtfertigt, schließlich ist die Website wieder „sauber“. Wie das plötzliche Verschwinden allerdings den Shop-Betreibern erklärt wurde, bleibt im Ungewissen.

5.Akt: Nachbesprechung

Es kommt der Anruf von der SEO Agentur, um mitzuteilen, dass alles wieder perfekt läuft. Diesen Anruf habe ich erwartet, schließlich ist die Website wieder bei Google zu finden und meine Bedenken können ausgeräumt werden.

Ich:

“Warum wurde der Kunde denn nicht mal mehr für seinen Namen gefunden, soweit ich weiß ist Google doch keine Live Suche, das ist schon komisch?“

Verkäufer:

Das war mit dem Kunden so abgesprochen und für die umfangreiche Neuoptimierung erforderlich, dafür ranken wir jetzt besser als je zuvor.

Ich:

„So etwas könnten wir uns nie leisten, wir sind eine bekannte Marke. Dieser Zustand darf bei SEO-Änderungen bei uns nicht eintreten, wir müssen ununterbrochen für unseren Markennamen in Google gefunden werden.“

Verkäufer:

„Das würde bei Ihnen auch nie so passieren, natürlich nicht. Da gehen wir anders vor und wie gesagt war das vorher mit dem Kunden abgesprochen.“

Ich:

Warum muss ich x € extra bezahlen, wenn ich nicht will dass Sie uns als Referenzkunden aufnehmen. Damit sind Sie dann schon deutlich teurer als die Konkurrenz.

Verkäufer:

Weil wir die Besten sind!

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